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Linux-Kernel-Schwachstellen nach Version: LTS-Zweige

Linux 5.4.302, ohne Korrekturen seit Dezember 2025: 4.711 offene CVEs, vier davon aktiv ausgenutzt.

Jeder gepflegte LTS-Zweig ist auf neuestem Stand frei von Lücken aus dem KEV-Katalog. Die Pflege von 5.10 und 5.15 endet laut kernel.org im Dezember 2026.

Daten abgefragt 4. November 2026 · Seite aktualisiert 4. November 2026 · 8 Min. LesezeitDie Konformitätsaussage treffen Sie. Diese Seite und unsere Berichte liefern technische Feststellungen als Grundlage dafür.

Auf einen Blick
CVE-Datensätze des Kernel-Projekts
18.217, seit 20.02.2024
Offen in 6.12.115
245
Offen in 5.10.273
2.189
Offen in 5.4.302, Pflege beendet
4.711, davon 4 im KEV-Katalog
KEV-Einträge unter Hersteller „Linux“
32

kernel.org vulns.git und CISA KEV, abgefragt 04.11.2026

Wie viele CVEs hat mein Linux-Kernel?

Seit dem 13.02.2024 ist das Kernel-Projekt selbst CVE Numbering Authority (CNA) für Linux, die ersten Datensätze erschienen am 20.02.2024. Es veröffentlicht sie im Git-Repository vulns.git auf git.kernel.org. Zu jeder CVE gibt es dort eine Datei mit Endung .dyad: je Zeile die Version, in der der Fehler hineinkam, und die Version, in der die Korrektur in einem Stable-Zweig landete.

Gezählt ist für das neueste Release jedes Zweigs, Stand des Repositorys 03.11.2026: eine CVE ist offen, wenn der fehlerhafte Commit im Release steckt und keine seiner Korrekturen. Zurückgezogene CVEs zählen nicht. Eine zweite Zählung über die Versionsbereiche in den JSON-Datensätzen weicht um weniger als 0,5 % ab.

Die Zahl gilt für den ganzen Quellbaum. Ein Gerät baut davon nur einen Teil, viele Treiber und Subsysteme sind in Ihrer .config gar nicht eingeschaltet. CVEs aus der Zeit vor 2024, die andere Stellen vergeben haben, etwa Dirty Pipe, stehen nicht in diesen Datensätzen und kommen dazu.

Zweig, neuestes ReleasePflege laut kernel.orgOffene CVEsdavon im KEV-Katalog
6.18.60, 30.10.2026bis Dezember 20281400
6.12.115, 30.10.2026bis Dezember 20282450
6.6.161, 30.10.2026bis Dezember 20273850
6.1.191, 30.10.2026bis Dezember 20276010
5.15.224, 30.10.2026bis Dezember 20262.0850
5.10.273, 30.10.2026bis Dezember 20262.1890
5.4.302, 03.12.2025 (letztes)beendet4.7114
4.19.325, 05.12.2024 (letztes)beendet4.8335
4.14.336, 10.01.2024 (letztes)beendet4.7049
Datensätze im Repository

Voraussetzung: git clone --depth 1 https://git.kernel.org/pub/scm/linux/security/vulns.git

ls vulns/cve/published/*/*.json | wc -l
Ausgabe
18217

Wie viel macht der Patch-Stand innerhalb eines Zweigs aus?

Mehr als der Zweig. Ein Kernel, der mit dem Release einer Distribution eingefroren wird, sammelt Monat für Monat offene CVEs: die Stable-Zweige bekommen jede Woche Korrekturen, und für viele davon vergibt das Kernel-Projekt eine Nummer. 6.18.53 enthält 1.252 Commits und schließt laut den Datensätzen 538 CVEs, die in 6.18.52 noch offen sind.

Die Tabelle zeigt Versionen, die Yocto und OpenWrt tatsächlich ausgeliefert haben, neben dem neuesten Release desselben Zweigs. Die KEV-Spalte enthält hier auch ältere Lücken, die nur in der NVD stehen.

KernelAusgeliefert inOffene CVEsdavon im KEV-Katalog
5.15.32Yocto 4.0 „Kirkstone“, 25.04.20229.59114
5.15.189OpenWrt 23.05.6, 15.08.20255.7964
5.15.201Yocto 4.0.35, 29.04.20265.1983
5.15.224kernel.org, 30.10.20262.0850
5.10.221OpenWrt 22.03.7, 22.07.20246.2459
5.10.273kernel.org, 30.10.20262.1890
6.6.23Yocto 5.0 „Scarthgap“, 30.04.20248.90412
6.6.144OpenWrt 24.10.8, 24.07.20264.0880
6.6.151Yocto 5.0.21, 28.10.20263.1010
6.6.161kernel.org, 30.10.20263850
6.12.112OpenWrt 25.12.6, 18.10.20261.1470
6.18.24Yocto 6.0 „Wrynose“, 12.05.20265.8963
6.18.52Yocto 6.0.4, 20.10.20261.8140
6.18.60kernel.org, 30.10.20261400

Welche Linux-Kernel-Lücken werden aktiv ausgenutzt?

Der KEV-Katalog der CISA (Version 2026.11.03, 1.767 Einträge) führt 32 Lücken unter Hersteller „Linux“, dazu Kernel-Lücken unter „Android“ wie CVE-2024-36971. Zwölf davon haben einen Datensatz des Kernel-Projekts, die übrigen stammen aus der Zeit davor. In jedem gepflegten LTS-Zweig ist auf neuestem Stand keine davon offen. In 5.4, 4.19 und 4.14 bleiben vier, fünf und neun offen, weil die Korrekturen nach dem Ende der Pflege kamen.

CVEWas, betroffen, behoben in
CVE-2016-5195 (Dirty COW)Race Condition in der Speicherverwaltung, Rechteausweitung. Ab 2.6.22, behoben unter anderem in 4.4.26, 4.7.9 und 4.8.3. CVSS 7,0 (NVD).
CVE-2022-0847 (Dirty Pipe)Überschreiben schreibgeschützter Dateien über Pipes, Rechteausweitung. Ab 5.8, behoben in 5.10.102, 5.15.25 und 5.16.11. CVSS 7,8 (NVD).
CVE-2024-1086Use-after-free in nf_tables (Netfilter), Rechteausweitung. Behoben in 4.19.307, 5.4.269, 5.10.210, 5.15.149, 6.1.76 und 6.6.15; 4.14 hat keine Korrektur. CVSS 7,8 (NVD). Laut CISA bei Ransomware-Angriffen genutzt.
CVE-2026-31431algif_aead in der Krypto-Schnittstelle AF_ALG, Rechteausweitung. Ab 4.14, behoben in 5.10.254, 5.15.204, 6.1.170, 6.6.137, 6.12.85 und 6.18.22. In 4.14, 4.19 und 5.4 offen.
CVE-2026-46300net/core/skbuff.c, Daten im Page Cache lassen sich verändern. Ab 3.9, behoben in 5.10.257, 5.15.208, 6.1.174, 6.6.141, 6.12.91 und 6.18.33. Im KEV-Katalog seit 28.10.2026.
Wo CVE-2026-31431 behoben ist

Je Zeile: Version mit dem Fehler, Version mit der Korrektur.

grep -v "^#" vulns/cve/published/2026/CVE-2026-31431.dyad | cut -d: -f1,3

Ausgabe

4.14:5.10.254
4.14:5.15.204
4.14:6.1.170
4.14:6.6.137
4.14:6.12.85
4.14:6.18.22
4.14:6.19.12
4.14:7.0
Fehler per Backport in 5.4, dort ohne Korrektur

Eine 0 als Korrektur heißt: in diesem Zweig nicht behoben.

grep -v "^#" vulns/cve/published/2026/CVE-2026-53266.dyad | cut -d: -f1,3

Ausgabe

5.10:5.10.259
5.10:5.15.210
5.10:6.1.176
5.10:6.6.143
5.10:6.12.94
5.10:6.18.36
5.10:7.0.13
5.10:7.1
5.4.73:0
5.8.17:0
5.9.2:0

Welche Kernel-Version liefern Yocto, OpenWrt und Buildroot?

Gelesen an den veröffentlichten Tags, Stand 04.11.2026. Yocto aktualisiert den Kernel in seinen Punkt-Releases, OpenWrt ebenso. Wer ein Punkt-Release nicht nachzieht, bleibt auf dem Stand seines Tags.

Buildroot nimmt als Standard den neuesten Stable-Kernel zum Zeitpunkt des Releases, auch wenn das kein LTS-Zweig ist. 6.19 und 7.1 stehen bei kernel.org nicht mehr in der Liste gepflegter Zweige. Auch Yocto 6.1 hat als Standard 7.2.6, und 7.2 hat am 01.11.2026 mit 7.2.15 sein letztes Release bekommen.

Release, Tag-DatumKernel
Yocto 4.0 „Kirkstone“, 25.04.20225.15.32 (Standard), 5.10.109
Yocto 4.0.35, 29.04.20265.15.201 (Standard), 5.10.234
Yocto 5.0 „Scarthgap“, 30.04.20246.6.23
Yocto 5.0.21, 28.10.20266.6.151
Yocto 6.0 „Wrynose“, 12.05.20266.18.24
Yocto 6.0.4, 20.10.20266.18.52
Yocto 6.1, 20.10.20267.2.6 (Standard), 6.18.52
OpenWrt 22.03.7, 22.07.20245.10.221
OpenWrt 23.05.6, 15.08.20255.15.189
OpenWrt 24.10.8, 24.07.20266.6.144
OpenWrt 25.12.0, 03.03.20266.12.71
OpenWrt 25.12.6, 18.10.20266.12.112
Buildroot 2025.02.196.12.112 (Standard), CIP 5.10.246-cip66
Buildroot 2026.02.36.19.14 (Standard)
Buildroot 2026.08.17.1.13 (Standard), CIP 5.10.254-cip72

Was ist ein CIP-Kernel, und gelten die Zahlen auch dafür?

Das Civil Infrastructure Platform Project (CIP) pflegt Super-Long-Term-Kernel (SLTS) bis zu zehn Jahre lang, aufbauend auf den LTS-Zweigen: 4.4, 4.19, 5.10, 6.1 und 6.12. Für 6.12 ist die Pflege bis Mitte 2035 angesetzt, für 4.4 bis Januar 2027. Die neuesten Tags am 04.11.2026: v4.4.302-cip115, v4.19.325-cip136, v5.10.272-cip79, v6.1.190-cip62 und v6.12.114-cip34.

Ein CIP-Kernel trägt Korrekturen, die kernel.org im gleichnamigen Zweig nicht mehr ausliefert. Die Zahlen oben gelten für die Releases von kernel.org; in 4.19.325-cip136 stecken zusätzliche Korrekturen. Für einen CIP-Kernel prüfen Sie jede Korrektur am Commit im Quellbaum, siehe unten.

Wo steht die Kernel-Version im Image?

Der Kernel schreibt seine Version als Text in linux_banner, etwa „Linux version 5.10.273 (user@host) (gcc …) #1 SMP …“. Am laufenden Gerät zeigen sie uname -r und /proc/version. Im Dateisystem steht sie im Verzeichnisnamen unter /lib/modules/ und in der vermagic-Zeile jedes Moduls (modinfo).

Im ausgelieferten Image ist der Kernel meist komprimiert (zImage, bzImage, Image.gz), dann findet strings die Zeile erst nach dem Entpacken. Der Quellbaum bringt dafür scripts/extract-vmlinux mit. Ein uImage trägt die Version zusätzlich im Header, standardmäßig als „Linux-<Version>“. Endungen wie -yocto-standard, -cip136 oder die Kennung eines Chip-Herstellers hängen hinter der Versionsnummer.

Die Versionszeile im Quellcode von 6.12
curl -s https://raw.githubusercontent.com/torvalds/linux/v6.12/init/version-timestamp.c | grep -n -A2 "linux_banner\[\]"

Ausgabe

28:const char linux_banner[] =
29-	"Linux version " UTS_RELEASE " (" LINUX_COMPILE_BY "@"
30-	LINUX_COMPILE_HOST ") (" LINUX_COMPILER ") " UTS_VERSION "\n";

Wie prüfe ich meinen Kernel von Hand?

  1. 1

    Version lesen

    uname -r am Gerät, im Image strings -a vmlinux | grep -m1 "Linux version" nach dem Entpacken.

  2. 2

    Herkunft klären

    Release von kernel.org, linux-yocto, CIP oder der Kernel aus dem BSP des Chip-Herstellers. Ab dem Abzweig zählt, welche Korrekturen der Lieferant übernommen hat.

  3. 3

    Datensätze holen

    git clone --depth 1 https://git.kernel.org/pub/scm/linux/security/vulns.git. Je CVE nennt die .dyad-Datei Fehler- und Korrekturversion je Zweig.

  4. 4

    Zählen

    eine CVE ist offen, wenn die Version mit dem Fehler in Ihrem Kernel steckt und für Ihren Zweig keine Korrektur bis zu Ihrem Patch-Stand eingetragen ist.

  5. 5

    Abgezweigte Kernel am Commit prüfen

    git merge-base --is-ancestor <Commit der Korrektur> HEAD im Quellbaum des Lieferanten zeigt, ob eine Korrektur drin ist. Ein Backport trägt eine andere Commit-ID; dann im Log nach dem Titel der Korrektur suchen.

  6. 6

    Konfiguration abgleichen

    der JSON-Datensatz nennt die betroffenen Quelldateien (programFiles). Ist der Treiber oder das Subsystem in der .config aus, ist der Code nicht im Image.

  7. 7

    Ältere CVEs in der NVD

    mit cpe:2.3:o:linux:linux_kernel:<Version> abfragen und die Bereiche nachlesen. Für CVE-2024-1086 führt die NVD alles vor 5.15.149 als betroffen, die Korrektur ist aber auch in 5.10.210.

  8. 8

    KEV-Katalog der CISA

    Einträge mit Produkt „Kernel“ sind aktiv ausgenutzt, unter Hersteller „Linux“ und unter Hersteller „Android“.

Geht das auch automatisch?

LegacyMind liest aus dem Image den Bootloader, den Kernel und die Pakete mit ihren Versionen und gleicht jede gegen die Schwachstellenquellen ab, mit der Fundstelle im Image und dem Vermerk, ob eine Lücke aktiv ausgenutzt wird. Belegt das Image keine Version, bleibt das Feld leer.

Häufige Fragen

Wie viele CVEs hat Linux 5.10?

Im neuesten Release 5.10.273 sind laut den Datensätzen des Kernel-Projekts am 04.11.2026 2.189 CVEs offen, keine davon im KEV-Katalog. In 5.10.221 aus OpenWrt 22.03.7 sind es 6.245, neun davon im KEV-Katalog.

Wann endet die Pflege von Linux 5.10 und 5.15?

Laut kernel.org im Dezember 2026. Danach landen dort keine Korrekturen mehr, und die Zahl offener CVEs steigt wie bei 5.4. Für 5.10 gibt es den CIP-Kernel, der weiter gepflegt wird.

Warum hat der Linux-Kernel so viele CVEs?

Das Kernel-Projekt vergibt nach eigener Aussage vorsichtshalber eine CVE für jede Fehlerkorrektur, die es als möglicherweise sicherheitsrelevant erkennt. Ob ein Kernel-Fehler ausnutzbar ist, lässt sich beim Beheben oft nicht absehen. Seit Februar 2024 sind so 18.217 Datensätze entstanden.

Ist mein Gerät von allen offenen CVEs betroffen?

Es liegt im Versionsbereich. Ob eine Lücke im Image steckt, hängt davon ab, ob der betroffene Code gebaut ist, und ob sie ausnutzbar ist, davon, ob ein Angreifer ihn erreicht. Das Kernel-Projekt schreibt selbst, dass ein großer Teil der CVEs für ein bestimmtes System nicht relevant ist.

Welche Kernel-Lücken werden aktiv ausgenutzt?

Der KEV-Katalog der CISA führt am 03.11.2026 32 Lücken unter Hersteller „Linux“, darunter Dirty COW (CVE-2016-5195), Dirty Pipe (CVE-2022-0847) und CVE-2024-1086 in nf_tables. Weitere Kernel-Lücken stehen dort unter „Android“, etwa CVE-2024-36971. Zuletzt kam am 28.10.2026 CVE-2026-46300 dazu.

Bekommt ein Zweig ohne Pflege noch neue CVEs?

Das Kernel-Projekt vergibt keine CVE für Fehler, die nur in nicht mehr gepflegten Versionen stecken. Für Fehler im gemeinsamen Code zeigen die Datensätze aber, ob der fehlerhafte Commit auch in 4.19 oder 5.4 steckt. Deshalb steigt die Zahl offener CVEs dort weiter.

Gehört der Kernel als eigene Komponente in die SBOM?

Ja, mit genauer Version und Patch-Stand, dazu der Herkunft: kernel.org, Yocto, CIP oder der Kernel des Chip-Herstellers. Ohne Patch-Stand lässt sich die Zahl offener CVEs nicht bestimmen.

Quellen

  1. [1]kernel.org: Releases und Pflegezeiträume
  2. [2]Linux-Dokumentation: CVEs
  3. [3]kernel.org: vulns.git
  4. [4]linux-cve-announce: Ankündigungen der Kernel-CVEs
  5. [5]Greg Kroah-Hartman: Linux is a CNA, 13.02.2024
  6. [6]CIP: fünf SLTS-Kernel, 26.05.2025
  7. [7]NVD: CVE-2024-1086
  8. [8]CISA: Known Exploited Vulnerabilities Catalog

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